Seidenstoffe

Seidenstoffe sind Stoffe, die aus den Fäden der Seidenspinnerkokons gewebt werden. Seidenstoffe gibt es in vielen unterschiedlichen Qualitäten und Ausführungen, von ganz fein und glatt bis hin zu kreppartig gewebten Materialien. Während Seidenstoffe aus Maulbeerseide häufig farbenfroh eingefärbt werden, kommen Wildseiden wie etwa die Tussahseide oft auch in naturbelassenen Braun- und Beigetönen in den Handel.

Geschichte

Seidenstoffe werden aufgrund ihrer hervorragenden Eigenschaften und ihres attraktiven Erscheinungsbildes schon seit Tausenden von Jahren geschätzt. Die Seidenproduktion begann in China, der Heimat der meisten Seidenspinnerarten, bereits etwa 2.800 vor Christus.

Eigenschaften von Seidenstoffen

SeidenstoffeSeidenstoffe zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie temperaturregulierend wirken: Sie kühlen an warmen Tagen, halten an kühlen Tagen dagegen warm. Außerdem lässt sich Seide um bis zu 15 Prozent dehnen, wodurch der Stoff besonders reißfest wird. Seide liegt außerdem leicht und weich auf der Haut an – und kann dennoch bis zu 30 Prozent ihres Eigengewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen. Seide knittert nur wenig und trocknet schnell und ist daher weniger pflegeintensiv, als man vermuten könnte. Bei der Seidenpflege sollten dennoch einige Dinge beachtet werden: So ist das normale Waschen in der Maschine nicht anzuraten, Seidenstoffe sollten von Hand oder in der chemischen Reinigung gereinigt werden.

Seidenstoff-Arten

Seidenstoffe gibt es in verschiedenen Variationen. Ihre Optik hängt nicht nur davon ab, welche Seidenart für die Herstellung verwendet wurde – etwa Maulbeerseide, Tussahseide oder Dupionseide – sondern auch die Art, wie die Fasern verwebt wurden:

  • Habotai-Seide zeichnet sich durch eine besonders glatte und feine Webstruktur aus. Diese Seidenstoffe kommen oft in der Seidenmalerei zur Anwendung.
  • Als Seidenkrepp werden Gewebe bezeichnet, die aus Fäden bestehen, die bei der Verarbeitung unregelmäßig geflochten oder stark überdreht werden. Die bekanntesten Seidenkreppe sind Crepe de Chine und Crepe Georgette.
  • Crepe de Chine wird in der Modeproduktion sehr häufig verwendet, ist glatt und glänzend. Unterschiedlich gedrehte Kett- und Schussfäden sorgen für den Crepe-Charakter.
  • Crepe Georgette ist zart und durchscheinend und in sich ebenfalls leicht gerafft.
  • Chiffon ist ein besonders feines, leicht durchscheinendes Gewebe, für das die Seidenfasern stark gedreht werden. Dadurch kommt das leicht unregeläßige Oberflächenbild zustande.
  • Taft wird mit besonders dichter Ketteinstellung hergestellt, wodurch sich in dem Gewebe feine Querrippen bilden.
  • Satingewebe besitzt eine glänzende Oberseite und eine matte Unterseite. Neben Seidensatin gibt es auch Satin aus künstlichen Fasern, zum Beispiel Viskose.

Wirtschaftliche Bedeutung der Seidenstoffe

Am häufigsten verwendet wird Maulbeerseide. Diese reine Seide, gewonnen aus den Kokons des Maulbeerseidenspinners, wird zur Herstellung der meisten hochwertigen Seidenstoffe genutzt und hat die größte wirtschaftliche Bedeutung für Staaten, die Seidenbau betreiben.

Seidenstoffe aus Wildseide gewinnen ebenfalls an wirtschaftlicher Bedeutung. Gewebe und Stoffe aus Fagaraseide oder Tussahseide werden hingegen seltener in der textilverarbeitenden Industrie eingesetzt.

Bildnachweis: Seidenstoffe © Alexander Morton (1844-1921) – Art Institute of Chicago (wikipedia.org)

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