Seidenarten

Seide ist nicht gleich Seide. Neben Kunstseide unterscheidet man auch bei der Naturseide selbst viele verschiedene Seidenarten – zum einen nach der Art der Seidenspinnerraupen, die den Kokon zur Seidenherstellung liefern, nach der Art der Seidenherstellung und zum anderen nach der Verarbeitungsart.

Seidenarten nach Seidenspinnertyp

  • Maulbeerseide stammt von vom Seidenspinner Bombyx mori und wird aus den vollständigen Kokons vor dem Schlüpfen der Falter gewonnen, indem die Larven im Kokon abgetötet werden.
  • Wildseide wird nach dem Schlüpfen der Falter gewonnen. Zu den Wildseidenarten gehören unter anderem die Tussahseide, die von den Kokons des Japanischen Eichenseidenspinners stammt, die Anaphe Seide, Eriaseide und Yamamyaseide.
  • Fagaraseide wird aus den Kokons des Atlasspinners gewonnen, einer der größten Schmetterlingsarten überhaupt. Fagaraseide gehört zu den Wildseidenarten, da die Seidenfasern erst gewonnen werden, nachdem der Falter geschlüpft ist.

Seidenarten nach Art der Seidenherstellung

  • Haspelseide ist Seide, die in einem einzigen Faden aus dem Mittelteil des Kokons abgewickelt wird. Diesen Prozess bezeichnet man in der Fachsprache als Abhaspeln.
  • Schappeseide wird aus den übriggebliebenen Teilen des Kokons im Kammgarnverfahren gewonnen. Die dabei gewonnenen Fasern sind von mittlerer Länge, etwa 15 Millimeter.
  • Die kürzeren Fasern, die beim Auskämmen übrig bleiben, sowie Kokonreste werden zu Bouretteseide verarbeitet.
  • Dupionseide stammt aus den abgehaspelten Fäden von Doppelkokons des Maulbeerseidenspinners.
  • Noileseide gehört zu den Maulbeerseiden und wird in einem Zug vom Kokon abgehaspelt. Sie zählt zu den edelsten Seidenarten.
  • Shantung-Seide wird im Gegensatz zu den anderen Seidenarten nicht entbastet, also nicht vom Seidenleim befreit, und stammt aus der gleichnamigen Provinz in China.

Seidenarten nach Gewebeart

  • Chiffon ist ein sehr feines und leichtes Gewebe für die Modeherstellung.
  • Crepe de Chine wird ausschließlich aus Haspelseide in Taftbindung hergestellt.
  • Crepe Georgette wird wie Chiffon in Kreppbindung hergestellt, ist aber etwas fester und weniger transparent.
  • Faille ähnelt dem Taft, weist aber in regelmäßigen Abständen dickeres Garn auf.
  • Honanseide ist Wildseide in Taftbindung, benannt nach der chinesischen Provinz Honan.
  • Organza besteht aus stark gedrehtem Seidengarn. Die Besonderheit dieses Gewebes ist es, dass der Seidenleim nicht entfernt wird, wodurch sich ein fester Griff und eine leichte Knitteranfälligkeit ergeben.
  • Taft wird leinwandbindig gewebt, mit dickerem Faden im Schuss und dichter Ketteinstellung, wodurch sich ein feiner, aber griffeger Seidenstoff ergibt.
  • Twill Seide besteht komplett aus Haspelseide, deren Fäden in Schuss und Kette leicht gedreht werden. Sie wird doppelt gewebt, st glänzend und sehr geschmeidig.
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